Nagelöl richtig anwenden und die Nagelhaut sicher zurückschieben
Ein Tropfen Nagelöl am Abend und einmal pro Woche sanftes Zurückschieben halten die Nagelhaut gepflegt, solange du weißt, welche Haut weg darf und welche du in Ruhe lässt.

Nagelöl hält die Haut rund um deine Nägel geschmeidig, sodass sie nicht so leicht einreißt und sich seltener Niednägel bilden. Dafür reicht eine Minute am Tag: ein Tropfen pro Nagel, in die Haut am Nagelansatz und an den Nagelseiten einmassiert, am besten abends.
Zur Nagelhautpflege gehört aber auch, dass du weißt, welche Haut weg darf und welche du besser in Ruhe lässt. In diesem Ratgeber erfährst du, worin der Unterschied liegt, wie du Nagelöl auf unlackierten Nägeln und bei Gelnägeln anwendest und wie du deine Nagelhaut sicher zurückschiebst und auf Gel vorbereitest.
In der Nagelpflege ist mit der Nagelhaut, auch Cuticula genannt, die dünne Schicht abgestorbener Haut gemeint, die am Nagelansatz auf der Nagelplatte haftet. Sie stammt von der Unterseite der Hautfalte hinter dem Nagel und wandert mit dem wachsenden Nagel nach vorne. Auf dem trockenen Nagel ist sie fast durchsichtig und leicht zu übersehen, bis du sie anhebst.
Der Saum lebender Haut direkt dahinter ist das Eponychium, der Rand des hinteren Nagelfalzes. Ihn meinen die meisten, wenn sie von ihrer Nagelhaut sprechen. Das Eponychium dichtet den Nagelansatz ab und schützt die darunterliegende Matrix, in der der Nagel gebildet wird, vor Wasser, Schmutz und Bakterien. Die abgestorbene Nagelhaut darf also entfernt werden, das Eponychium solltest du dagegen nur sanft zurückschieben und geschmeidig halten.
Nein, zumindest nicht die lebende Haut. Wer das Eponychium schneidet, durchbricht diese Schutzbarriere und hinterlässt eine kleine Wunde, durch die Bakterien eindringen können. Deshalb raten Hautärzte davon ab. Eine geschnittene Kante wird beim Abheilen außerdem oft trocken und fransig, sodass mehr Niednägel entstehen und die Versuchung wächst, erneut nachzuschneiden.
Schneide nur Niednägel und abgestorbene Haut ab, die sich bereits gelöst hat. Für eine saubere Kante sorgen regelmäßiges Zurückschieben und die tägliche Pflege mit Nagelöl.
Trage Nagelöl jeden Abend auf, denn dann kann es stundenlang einwirken. Tagsüber trägst du nach dem Händewaschen etwas nach, weil Seife der Haut ihre natürlichen Fette entzieht.
Auch bei Gelnägeln lohnt sich Nagelöl jeden Tag. Es greift ausgehärtetes Gel und Top Coat nicht an und sorgt dafür, dass die Haut rund um das Gel nicht austrocknet.
Achten musst du nur auf den Zeitpunkt, denn Öl auf der Nagelplatte verhindert, dass Gel haftet. Am Tag einer Maniküre oder eines Auffüllens haben Öl und Handcreme deshalb nichts auf deinen Nägeln zu suchen. Das Öl kommt ganz zum Schluss, wenn der Top Coat ausgehärtet und eine eventuelle Schwitzschicht abgewischt ist.
Auf dem Etikett eines Nagelöls lohnt es sich, drei Inhaltsstoffe zu kennen. Jojobaöl, in der Inhaltsstoffliste als Simmondsia chinensis seed oil aufgeführt, zieht gut ein und hinterlässt kaum einen Fettfilm, deshalb eignet es sich am besten für den Tag. Süßmandelöl (Prunus amygdalus dulcis) fühlt sich reichhaltiger an und passt besser zur Nacht, bei einer Nussallergie solltest du aber darauf verzichten. Vitamin E, in der Liste als Tocopherol zu finden, wird zugesetzt, damit die Mischung länger frisch bleibt.
Ein Nagelöl-Stift passt in jede Handtasche und ist praktisch für zwischendurch. Im Nagelstudio verwendest du eine Pipettenflasche oder Einwegapplikatoren, damit nichts, was die Haut der Kundschaft berührt hat, zurück in die Flasche gelangt.
Bei unlackierten Nägeln reicht es, die Nagelhaut einmal pro Woche zurückzuschieben, damit sie ordentlich aussieht. Dieser Schritt gehört auch zur japanischen Maniküre und kommt dort, bevor die Nägel auf Hochglanz poliert werden. Trägst du Gel, schiebst du die Nagelhaut bei jeder neuen Maniküre oder jedem Auffüllen zurück und überlässt den Rest dem täglichen Nagelöl.

Ein Nagelhautschieber mit Gummispitze, manchmal auch Hufstäbchen genannt, ist für den Einstieg die sicherste Wahl, weil die weiche Spitze den Nagel nicht zerkratzt. Ein Schieber aus Edelstahl arbeitet präziser: Mit dem abgerundeten Ende schiebst du die Haut zurück, mit dem schmaleren Ende löst du die Nagelhaut und reinigst die Seitenwälle.
Die Kante eines Metallschiebers sollte glatt sein, ohne scharfe Ecken oder Grate. Reinige und desinfiziere Metallschieber und Nagelhautzangen nach jeder Anwendung. Rosenholzstäbchen sind porös und lassen sich nicht desinfizieren, deshalb verwendest du jedes nur ein einziges Mal.
In vielen Nagelstudios wird die Nagelhaut heute trocken mit dem Nagelfräser bearbeitet. Ein feiner Diamant-Flammenfräser hebt die Nagelhaut an, anschließend trägt ein kleiner Diamant-Kugelfräser sie ab, und zwar bei niedriger Drehzahl und ohne Druck. Nach dieser Methode arbeitet die russische Maniküre, die an der Nagelhaut eine besonders saubere Linie hinterlässt. Dafür braucht es allerdings eine fundierte Ausbildung: Ein falscher Aufsatz, eine falsche Drehzahl oder falscher Druck können zu Verbrennungen oder Schnittwunden führen. Zu Hause bleibst du deshalb besser bei Handwerkzeugen.
Für Profis hat unser Professioneller Akku-Nagelfräser ein bürstenloses Handstück, das vibrationsfrei läuft. Darauf kommt es an, wenn du nah an der Haut arbeitest. Fräser für die Nagelhaut werden mit etwa 8.000 bis 15.000 U/min eingesetzt, und welcher der richtige ist, erklärt unser Ratgeber zu Nagelfräser-Aufsätzen.
Bleibt abgestorbene Nagelhaut auf der Nagelplatte zurück, liegt das Gel auf Haut statt auf dem Nagel und hebt sich schon nach wenigen Tagen ab. Das ist der häufigste Grund, warum sich Gel an der Nagelhaut löst. Die übrigen Ursachen erklärt unser Ratgeber dazu, wie lange Gellack hält.
Arbeite am trockenen Nagel: Ein Nagel, der Wasser aufgenommen hat, quillt leicht auf, und Gel, das darauf aufgetragen wird, löst sich gern, sobald er sich wieder zusammenzieht. Ist die Nagelhaut entfernt, drehst du jeden Finger unter einer hellen Lampe leicht hin und her, um übersehene Reste zu entdecken.
Nimm dem Nagel danach mit einem feinen Buffer (Körnung 180 oder feiner) leicht den Glanz und bürste den Staub ab. Reinige den Nagel mit Prep Booster, um Fett und Feuchtigkeit zu entfernen, und verwende bei fettigen Nägeln oder Nägeln, die zu Lifting neigen, einen säurefreien Primer.

Trage dann einen dünnen Base Coat auf, zum Beispiel Rubber Base RB01 Transparent. Lass dabei einen haarfeinen Abstand zur Haut und versiegle die freie Nagelkante. Kommt Gel an den Nagelfalz, nimmst du es mit einem Rosenholzstäbchen ab. Erst dann härtest du aus, und zwar so lange, wie die Gebrauchsanweisung angibt. Gel auf der Haut führt dazu, dass sich die Maniküre löst, und nicht ausgehärtetes Gel auf der Haut ist die Hauptursache für Gelallergien.
Trockene Nagelhaut hat meist alltägliche Ursachen: häufiges Händewaschen, Handdesinfektionsmittel, Putzmittel, kalte Luft und Heizungsluft. Auch das Ablösen von Gel mit Aceton trocknet die Haut aus, und Zupfen an rauen Stellen macht aus trockener Haut schmerzhafte Risse.
Solange die Nagelhaut trocken ist, trägst du zusätzlich zur Pflege vor dem Schlafengehen zwei- bis dreimal am Tag Nagelöl auf und nach dem Händewaschen Handcreme. Trage beim Putzen und Abwaschen Handschuhe und bei Kälte auch draußen. Nach dem Entfernen von Gel mit Aceton wäschst du dir die Hände und ölst die Nagelhaut sofort ein. Raue, eingerissene Haut pflegst du erst ein paar Tage mit Öl, bevor du etwas abschneidest.
Manche Beschwerden rund um den Nagel gehören in ärztliche Hände. Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen können auf eine Infektion hindeuten, Juckreiz oder kleine Bläschen nach einer Gelmaniküre auf eine Allergie. In beiden Fällen verzichtest du auf weitere Maniküren und gehst zum Arzt oder Hautarzt.
Die typischen Fehler beim Nagelöl sind, es kurz vor einer Gelmaniküre aufzutragen und hin und wieder viel davon zu nehmen statt jeden Tag einen Tropfen. Bei der Arbeit mit Werkzeugen gehen die meisten Schäden auf vier Angewohnheiten zurück.
Danach. Öl auf der Nagelplatte verhindert, dass Gel und Nagellack haften. Warte also, bis der Top Coat ausgehärtet oder der Lack trocken ist. Von da an verwendest du es täglich bis zur nächsten Maniküre.
Nein, lass es einziehen und reibe den Überschuss in die Hände ein. Vor der nächsten Maniküre entfernst du beim Buffern und Reinigen des Nagels alle Ölreste, die noch auf der Oberfläche sind.
Ja. Durch die Massage mit dem Daumen verteilt sich das Öl im Nagelfalz und an den Seiten des Nagels, wo Trockenheit und Niednägel ihren Anfang nehmen. Die tägliche Massage schiebt die Haut außerdem schon ein wenig zurück, sodass du später weniger zurückschieben musst.
Lass es einwirken, bis es eingezogen ist. Das dauert meist ein paar Minuten, und direkt danach solltest du dir nicht die Hände waschen. Vor dem Schlafengehen aufgetragen, darf es die ganze Nacht einwirken. Eine dicke Schicht bringt nichts: Sie bleibt nur auf der Oberfläche liegen und landet auf deiner Bettwäsche.
Du darfst sie durchaus zurückschieben, solange du nichts erzwingst. Die Warnungen beziehen sich auf zu festes oder tägliches Schieben, denn dadurch kann sich das Eponychium vom Nagel lösen und seine Schutzbarriere verlieren. Einmal pro Woche mit einem abgerundeten Werkzeug und leichtem Druck ist für die meisten Nägel völlig in Ordnung.
Ist deine Nagelhaut bereit für Farbe, beginnst du mit einer dünnen Schicht aus unserer Kollektion Rubber Base.
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