Base und Top Coat bei Gellack: was jede Schicht leistet und welche die richtige ist
Die Base sorgt dafür, dass der Gellack auf dem Nagel haftet, der Top Coat versiegelt die Farbe und gibt Glanz. Welche Variante sich jeweils eignet, wie Sie beide auftragen und was hilft, wenn der Top Coat matt wird oder klebt.
von Anastasia Kovalenko
Base und Top Coat bei Gellack: was jede Schicht leistet und welche die richtige ist
Der Top Coat ist die letzte Schicht einer Gel-Maniküre. Er versiegelt die Farbe, sorgt für Glanz und steckt die kleinen Stöße des Alltags weg. Die Base, die erste Schicht, verbindet das Gel mit Ihrem Naturnagel. Erst Base und Top Coat zusammen ergeben eine Maniküre, die zwei bis drei Wochen hält.
Im Folgenden erklären wir, was jede Schicht leistet, welche Variante Sie wählen, worauf es bei der Anwendung von Base und Top Coat ankommt und was hilft, wenn der Top Coat matt wird, klebt oder vergilbt.
Base und Top Coat: was jede Schicht leistet
Die Base haftet auf der Nagelplatte und bleibt leicht flexibel, damit sie die Bewegungen des Nagels mitmacht. Der Top Coat wird beim Aushärten fester und glänzender und schützt die Farbe und jede Nail Art darunter.
Base Coat
Top Coat
Hauptaufgabe
Verbindet die Farbe mit dem Naturnagel
Versiegelt die Farbe und sorgt für Glanz
Nach dem Aushärten
Leicht flexibel, mit einer Schwitzschicht, auf der die Farbe haftet
Hart und glänzend oder mit einer Schwitzschicht, die abgewischt wird
Wenn sie fehlt
Abheben, Absplittern und verfärbte Nägel
Stumpfe, zerkratzte Farbe, die schnell abnutzt
Kann man die Base als Top Coat verwenden?
Nein, es sei denn, auf dem Etikett steht ausdrücklich, dass ein Produkt beide Aufgaben übernimmt. Eine Base härtet in der Regel mit Schwitzschicht und einer weicheren Oberfläche aus, als letzte Schicht wird sie deshalb innerhalb weniger Tage matt und zerkratzt. Umgekehrt taugt auch ein Top Coat nicht als Base. Er ist zu starr, um die Bewegungen des Nagels mitzumachen, und nicht dafür gemacht, auf ihm zu haften, sodass sich die Maniküre ablöst.
Base für Gellack: klassisch oder Rubber Base?
Eine klassische Base, oft auch Haftgel genannt, wird dünn in einer einzigen Schicht aufgetragen. Sie bringt kaum zusätzliche Stabilität und eignet sich daher am besten für kräftige, glatte Nägel, die sich nicht biegen. Für Salons gibt es unseren Classic Base Coat im Profi-Set mit 3, 6 oder 9 Flaschen.
Eine Rubber Base ist dickflüssiger und selbstnivellierend. Sie füllt kleine Rillen aus und gibt dünnen, weichen Nägeln etwas mehr Halt. Auch unter hellen und transparenten Farben, die jede Rille zeigen, ist sie die bessere Wahl. Klare Varianten wie Rubber Base RB01 Transparent passen unter jede Farbe oder sorgen allein unter einem Top Coat für natürlich wirkende Nägel. Der Nachteil: Eine Rubber Base läuft leichter in die Nagelhaut und wird meist abgefeilt, wie unser Ratgeber zum Rubber Base Gel erklärt.
Eine Base kann nur auf einer sauberen, trockenen Nagelplatte haften. Schieben Sie die Nagelhaut zurück, lösen Sie die abgestorbene Nagelhaut vollständig von der Nagelplatte und mattieren Sie die Oberfläche leicht an, bis sie nicht mehr glänzt. Reinigen und dehydrieren Sie jeden Nagel mit Prep Booster. Bei fettigen Nägeln oder wenn Gel bei Ihnen gern abhebt, kommt zusätzlich ein säurefreier Primer dazu.
Tragen Sie eine dünne Schicht auf, arbeiten Sie sie in den Nagel ein und lassen Sie einen haarfeinen Abstand zur Haut. Ummanteln Sie die freie Nagelkante, entfernen Sie Gel von der Haut und härten Sie die Schicht dann unter einer UV-/LED-Lampe so lange aus, wie es die Anleitung Ihres Gels angibt. Die Schwitzschicht bleibt drauf, denn auf ihr haftet die Farbe. Bei einer Rubber Base arbeiten Sie zuerst eine dünne Schicht ein, härten sie aus und lassen dann eine vollere Schicht darüber verlaufen.
Wie Sie die Farbschichten auftragen, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung Gelnägel selber machen. Löst sich das Gel schon nach wenigen Tagen an der Nagelhaut, erfahren Sie in unserem Ratgeber, warum Gellack abhebt und was Sie ändern sollten.
Gel Top Coat: ohne Schwitzschicht, mit Schwitzschicht oder matt
Die meisten Gele kommen mit einem dünnen, klebrigen Film aus der Lampe, weil der Sauerstoff in der Luft verhindert, dass die Oberfläche aushärtet. Das ist die Schwitzschicht, auch Inhibitions- oder Dispersionsschicht genannt. Auf Base und Farbe lassen Sie sie stehen, damit die nächste Schicht besser haftet.
Top Coat ohne oder mit Schwitzschicht: was ist der Unterschied?
Ein No-Wipe-Top-Coat härtet bis an die Oberfläche durch und kommt deshalb hart und glänzend aus der Lampe. Ein Wipe-Top-Coat hinterlässt wie die Schichten darunter eine Schwitzschicht, die Sie nach Abschluss der Maniküre mit Cleaner entfernen.
Für die meisten Maniküren, vor allem zu Hause, ist ein Top Coat ohne Schwitzschicht die einfachere Wahl. Der Glanz ist sofort da, und es bleibt kein unausgehärtetes Gel zurück, das Sie direkt neben der Haut entfernen müssten. Unser Diamond Top Coat ist eine hochglänzende No-Wipe-Formel, und Salons decken sich mit dem Diamond Top Coat im 3er-Set ein.
Diamond Top Coat härtet ohne Schwitzschicht aus, es muss also nichts abgewischt werden.
Befeuchten Sie eine fusselfreie Zellette mit Cleaner und ziehen Sie sie einmal mit festem Druck über jeden Nagel, von der Nagelhaut zur Spitze. Nehmen Sie für jeden Nagel eine saubere Stelle der Zellette. Verzichten Sie auf Wattepads, denn sie hinterlassen Fasern im Gel.
Dieser Film ist unausgehärtetes Gel, halten Sie ihn also von Ihren Fingerkuppen fern: Wiederholter Hautkontakt mit unausgehärtetem Gel ist die Hauptursache für eine Gel-Allergie. Wird die Haut rund um die Nägel rot, juckt sie, schwillt sie an oder bilden sich Bläschen, verwenden Sie kein Gel mehr und lassen Sie die Stelle ärztlich oder hautärztlich abklären.
Top Coat ohne Schwitzschicht für Chrome-Nägel
Chrome-Pigment wird nur auf einer glatten, harten Oberfläche zum Spiegel, deshalb kommt es auf einen ausgehärteten No-Wipe-Top-Coat. Auf einer Schwitzschicht verklumpt es und wirkt körnig, genau wie Perlmutt- und andere Effektpulver zum Einreiben. Bei einem Wipe-Top-Coat entfernen Sie die Schwitzschicht vorher mit Cleaner.
Reiben Sie das Pigment mit einem Silikonapplikator ein, solange der Top Coat noch warm ist, und pinseln Sie danach jedes lose Körnchen ab. Versiegeln Sie das Chrome mit einer zweiten Schicht Top Coat und ummanteln Sie dabei die freie Nagelkante. Unsere Anleitung für Chrome-Pigment erklärt jeden Schritt.
Matter Top Coat
Ein matter Top Coat ersetzt als letzte Schicht den glänzenden und kommt auf dunklen Farben wie Bordeaux, Marineblau oder Schwarz am besten zur Geltung. Handcreme und Nagelöl können glänzende Flecken darauf hinterlassen. Für matte Nägel mit glänzenden Spitzen härten Sie den matten Top Coat aus und lackieren dann glänzenden Top Coat über die Spitzen.
So tragen Sie den Gel Top Coat richtig auf
Tragen Sie den Top Coat direkt auf die ausgehärtete Farbe auf, ohne sie abzuwischen oder zu berühren, denn er haftet auf ihrer Schwitzschicht. Löst sich der Top Coat in einem Stück ab, wurde die Farbe vorher oft abgewischt oder berührt.
Nehmen Sie etwas mehr Gel als für die Farbe. Lassen Sie den Pinsel ohne Druck über den Nagel gleiten, damit der Top Coat zu einer spiegelglatten Oberfläche verläuft. Lassen Sie einen haarfeinen Abstand zur Haut und ummanteln Sie die freie Nagelkante, an der das Absplittern meist beginnt. Prüfen Sie den Nagel von der Seite auf eine gleichmäßige Wölbung und härten Sie ihn dann für die volle Zeit laut Anleitung aus.
Über festlichem Glitzer oder strukturierter Nail Art härten Sie lieber zwei dünne Schichten Top Coat aus statt einer dicken, die Falten werfen oder zu heiß werden kann. Rollen Sie die Flasche zwischen den Händen, statt sie zu schütteln, denn beim Schütteln entstehen Bläschen, die in einer klaren Schicht als winzige Krater sichtbar werden. Streifen Sie den Pinsel nach dunklen Farben an einer fusselfreien Zellette ab, bevor er zurück in die Flasche kommt, damit er den Top Coat nicht einfärbt.
Ein gut verlaufener Top Coat verleiht Gel seinen gläsernen Glanz.
Probleme mit dem Gel Top Coat und was hilft
Warum wird mein Top Coat matt?
Ist der Glanz direkt nach der Lampe stumpf, ist der Top Coat nicht vollständig ausgehärtet oder zu dünn, um über der Farbe zu verlaufen. Auch Cleaner auf einer No-Wipe-Formel kann den Glanz nehmen. Bei einem Wipe-Top-Coat verschmiert eine bereits benutzte Zellette die Schwitzschicht, statt sie abzunehmen.
Lässt der Glanz nach ein bis zwei Wochen nach, liegt das an feinen Kratzern, Handdesinfektionsmittel, Putzmitteln und Aceton. Tragen Sie bei der Hausarbeit Handschuhe. Eine stumpf gewordene Maniküre frischen Sie auf, indem Sie sie leicht anmattieren, mit Cleaner abwischen und eine frische Schicht Top Coat auftragen.
Warum klebt der Top Coat nach dem Aushärten noch?
Bei einem Wipe-Top-Coat ist die Schwitzschicht normal und lässt sich mit Cleaner entfernen. Bleibt ein No-Wipe-Top-Coat klebrig, ist er nicht vollständig ausgehärtet, meist wegen einer zu dicken Schicht, eines schräg gehaltenen Daumens oder einer zu kurzen Aushärtezeit.
Härten Sie die Nägel flach unter der Lampe liegend einen weiteren vollen Zyklus aus und entfernen Sie den restlichen Film dann mit Cleaner. Bleibt nur der Daumen oder der kleine Finger klebrig, hat die Lampe an den Rändern Schwachstellen. Kleben alle Nägel, passt die Lampe womöglich nicht zu Ihrem Gel. Unter einer Handytaschenlampe oder einer normalen Glühbirne härtet Gel nicht richtig aus, wie unser Ratgeber zu UV- und LED-Nagellampen erklärt.
Warum wird mein Top Coat gelb?
Vergilben kommt meist von Selbstbräuner, Haarfarbe, Kurkuma, Rauch, starker Sonne oder dem Solarium, und helle Farben zeigen es zuerst. Nicht vollständig ausgehärtetes Gel verfärbt sich leichter. Härten Sie deshalb jede Schicht vollständig aus und tragen Sie beim Haarefärben und beim Auftragen von Selbstbräuner Handschuhe.
Vor einem Ski- oder Strandurlaub lohnt sich ein Top Coat mit UV-Filter, der das Vergilben verlangsamt. Leichtes Anmattieren und eine frische Schicht Top Coat entfernen eine oberflächliche Verfärbung meist. Hat sich die Farbe darunter verändert, machen Sie den Nagel neu.
Ja. Ohne Base hebt Gel ab und splittert lange vor den üblichen zwei bis drei Wochen. Ohne Top Coat bleibt die Farbe klebrig, wird dann matt und verkratzt innerhalb weniger Tage. Ausnahme ist ein All-in-one-Gel, das auf dem Etikett als solches gekennzeichnet ist.
Welche Base und welcher Top Coat sind die besten für Gelnägel?
Am besten ist ein Duo, das auf Ihren Farbgellack abgestimmt ist, meist also eines derselben Marke. Wählen Sie eine klassische Base für kräftige Nägel oder eine Rubber Base für dünne, weiche Nägel, dazu für die meisten Maniküren einen hochglänzenden Top Coat ohne Schwitzschicht, auch für Chrome.
Kann man normalen Nagellack auf eine Gel-Base auftragen?
Ja, aber er hält dann nur so lange wie eine gewöhnliche Maniküre, denn normaler Nagellack trocknet an der Luft, statt auszuhärten, und verbindet sich nicht so mit dem Gel wie Farbgel. Auch ein Gel Top Coat darüber ist riskant: Solange der Lack nicht vollständig durchgetrocknet ist, was Stunden dauert, kann der Top Coat Falten werfen oder sich ablösen.
Was kann man statt einer Gel-Base verwenden?
Verwenden Sie eine Rubber Base, denn sie ist selbst eine vollwertige Base. Farbgel, Top Coat und normale Unterlacke sind nicht dafür gemacht, Gel mit dem Naturnagel zu verbinden. Wer sie stattdessen verwendet, muss mit frühem Abheben rechnen.
Die erste und die letzte Schicht für Ihre nächste Maniküre finden Sie in unseren Kollektionen Base Coat, Rubber Base und Top Coat.
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